Leider auch Gourmand gehe ich mittags regelmäßig allein oder mit Kollegen essen. Abendessen zu zweit waren in der Vergangenheit rar gesät, das wird jetzt nachgeholt! Auf Dienstreisen vertreibe ich mir die Zeit stets mit abendlichen Restaurantbesuchen, möglichst in den Highlights. So war ich auf Restaurantkritik gekommen und hatte den inneren Schweinehund, der zu bequem zum Kritiken schreiben war, überwunden.
Nach etwa 100 Bewertungen hat mich der Verkauf an Yelp ausgebremst, da ich aussagekräftige Kritiken schreiben möchte, für Menschen, die gutes Essen schätzen. In einem Portal, bei dem man auch seine Wertschätzung für die Heiße Hexe an der Tankstelle veröffentlicht, fühle ich mich nicht mehr wohl und suche eine neue Kritikerheimat.
Nachdem mittlerweile (fast) alle geschätzten Kritikerinnen und Kritiker aus dem Verschwundenen Portal hierher gewechselt und ein paar mehr dazu gekommen sind, fühle ich mich wieder wohl. Ein bißchen wie im Stammlokal, man kennt/schätzt/neckt sich, tauscht Neuigkeiten aus... Eben lesen, schlemmen, schreiben.
Leider auch Gourmand gehe ich mittags regelmäßig allein oder mit Kollegen essen. Abendessen zu zweit waren in der Vergangenheit rar gesät, das wird jetzt nachgeholt! Auf Dienstreisen vertreibe ich mir die Zeit stets mit abendlichen Restaurantbesuchen, möglichst in den Highlights. So war ich auf Restaurantkritik gekommen und hatte den inneren... mehr lesen
Bewertungs-Statistik
Insgesamt 289 Bewertungen 372143x gelesen 10256x "Hilfreich" 9199x "Gut geschrieben"
Mein Besuch in Moabit lag zeitlich zwischen Aufzeichnung und Ausstrahlung der Sendung. Folgend meine Eindrücke:
Chef Emil hat 2020(!) mit 17(!) Jahren sein eigenes Lokal eröffnet und meint, nun die Schwelle zum Feinschmecker-Restaurant überschritten zu haben. Vielleicht, um die in der Tat recht ambitionierten (wahrscheinlich wirtschaftlich notwendigen) Preise zu rechtfertigen. Nicht nur der Vergleich z.B. mit dem Düsseldorfer Bistro Fatal zeigt: Hat er sicher nicht. Und das ist auch gut so. Es ist eben ein Bistro. Aber ein sehr anständiges.}
Moabit is(s)t überall voll, auch draußen, nur bei Emil „verlieren“ sich gerade mal vier Gäste außer mir. Wobei der Gastraum selbst bei allerengster Stellung des schmalen Bistro-Mobiliars nur gut 20 Plätze hergibt. Deren Zahl zugunsten einer formschönen Theke auch noch fast zu halbieren, war die (kurzlebige) „Rettungs“-Idee von Frau Raue. Der junge Mann im Service verweist anlässlich der mauen Belegung auf das gute Geschäft am Vortag und den Umstand, dass es halt das hochpreisigste Resto im Kiez sei. Hoffen wir weiterhin das Beste; die Bekanntheit wurde dank RTL ja schon mal gesteigert.
Das Ambiente nach der Re-Rettung ein (wie ich finde) durchaus charmantes Chaos. Die hübsch lavendelfarben gestrichenen Wände und die 4 ovalen Spiegel sind von der eher kühlen Gestaltung durch Mm. Raue II geblieben. Gefliester Boden, andererseits eine Kerze auf jedem Tisch, also schummrig, wozu die farbige Lichtkunst unter der Decke beiträgt. An den Wänden allerlei Bilder und sonstige Deko, die alles ist, nur nicht aus einem Guss. Wie es sich für das Klischee gehört, werden Chansons gespielt, dankenswerterweise nicht nur die allzu bekannten.
Mir gefällt es so. Nur leider ist die Luft massiv verraucht; die Lüftung scheint nicht zu funktionieren. Oder war gar nicht eingeschaltet, denn später bessert es sich deutlich. Ich flüchte zunächst auf den Bürgersteig der ruhigen Seitenstraße, trotz des eher kühlen herbstlichen Wetters. Ein älterer Mann, der im hochgeschlossenen Trenchcoat(!) an einer Biergarten-Garnitur sitzt, fällt hier nicht auf. Berlin halt... Die vielen vorbei joggenden jungen Menschen beweisen, dass die Gentrifizierung tatsächlich Moabit erreicht hat.
Der sehr, sehr nette fränggische Kellner trägt dementsprechend natürlich Schnauzer. Aber versteht vor allem was von seinem Handwerk. Und siezt mich sogar. Doch noch nicht wie in Mitte...
Man frönt übrigens nicht nur beim Essen einer französischen Leidenschaft: Über dem Durchgang zur Küche hängt ein Rennrad und auf der Karte findet sich unter den ausschließlich selbst gefertigten Desserts ein Paris-Brest! Das ist nun wirklich ein selten anzutreffendes Gebäck diesseits von Grand-Est.
Kleine Irritation: Der gebrachte Wein stimmt nicht mit der Karte überein. Der Kellner entschuldigt sich und bietet aktiv einen Preisnachlass an, da kein anderer Sauvignon Blanc verfügbar sei. Das braucht es nicht. Die 38€ enthalten dann halt einen Spenden-Teil für junge Menschen, die verrückt (oder in diesem Fall verpeilt) genug sind, sich in der Gastro selbstständig zu machen.
Erst kommen Pistazien zum Knabbern; eine nette Kleinigkeit, aber auch nicht mehr. Amuse Fehlanzeige. Zum Wein gibt es einfaches Brot und Leitungswasser auf‘s Haus. Tout Bistrot; wie kommt der Kerl bloß auf Feinschmecker-Restaurant?
Die Karte hat sich seit der Aufzeichnung der problematischen RTL-Sendung kaum geändert: Es werden vier Menüs angeboten: Vegetarisch, zweimal mit Fleisch oder mit Fisch. Ich entscheide mich für das Menü Aquatique für aktuell 58€ und freue mich an meinem gespritzten Pampelle, dem Grapefruit-Likör aus Korsika. Für 8,5€ eine angenehm herb-säuerliche Abwechslung im orangen Spritzeinerlei…
Dann gehts los:
Erste Runde: Jakobsmuscheln in Weißweinreduktion. Drei kleinere Exemplare gut gegart und klar erkennbar. Leicht gratiniert, aber nicht von einer zähen Käsehaube erschlagen. Dazu Schalotten, und Petersilie, eine klare Säure vom Wein. Pikant durch beherzten Einsatz von Pfeffer. Das war lecker und mehr als 08/15.
Nächster Gang: Drei kleine Filets vom Wolfsbarsch.
So saftig, wie dieser eher magere Fisch halt sein kann. Die Haut noch leicht knusprig. Untadelig.
Die Sauce mit Passionsfrucht hat die typisch fruchtige, aber nicht adstringierende Säure. Passt zum kräftigen Fisch überraschend gut, nur die sehr bissfesten Karotten gehen unter. Süße fehlt, Wo ist das sonst so omnipräsente Selleriepüree, wenn man es braucht? Vanille wäre auch eine schöne Option gewesen.
Unerwartet und daher trotzdem interessant (und zwar nicht Sinne der kleinen Schwester von…).
Dann schon Dessert: Die Tartelette aux Citron überrascht zunächst optisch, aber der Fladen dünnen Mürbeteigs ist süß und ge(würzig) und hält die frische, feste Limettencreme gut in Schach. Mandeln, Puderzucker und Limettenabrieb fügen das ihrige bei. Kannste schicken.
Weil es so selten ist, bestelle ich tatsächlich ein zweites Dessert: Der Paris-Brest erweist sich als klassisches Konditorhandwerk. Spritzgebäck, noch kurz erwärmt, innen luftig, außen knusprig, auch die untere Hälfte. Die Haselnusscreme überraschend leicht und erfreulich nussig.
Likör ist leider nicht verfügbar, auf den freundlich angebotenen Cognac verzichte ich - wie auch schweren Herzens - auf den Käse!
Dem jungen autodidaktischen Chef - an diesem Abend nicht anwesend, was die gute Leistung nur hervorhebt - sei seine Selbstüberschätzung verziehen. Als (schon arg teures) Bistro hat mir das Chez Emil an diesem Abend durchaus gefallen. Wenn ich wieder in der Nähe bin, würde ich einen weiteren Besuch durchaus in Erwägung ziehen, schon weil in Moabit jenseits des Paris-Moskau (noch?) wenig aus dem Einerlei heraussticht. Möge das Chez Emil überleben!
Nun reiht sich also auch Tim Raue in die nicht enden wollende Riege der Restaurant“retter“ ein. Ob Rach, Rosin, ob Raue: Hauptsache Fernsehen. Das Geld verdient sich hier vermutlich leichter als in der Küche. Einzige Besonderheit der RTL- Produktion: T.Rs. aktuelle Ehefrau darf als „Innenarchitektin“ gleich mit retten. Ein Familienprojekt, wie schön…
Gleich die erste Sendung hat allerdings ein überraschendes Echo gefunden:
https://www.t-online.de/region/berlin/id_100454898/raue-der-restauranttester-berliner-koch-von-rtl-format-ausgetrickst-.html?utm_source=pocket-newtab-de-de
Mein Besuch in Moabit lag zeitlich zwischen Aufzeichnung und Ausstrahlung der Sendung. Folgend meine Eindrücke:
Chef Emil hat 2020(!) mit 17(!)... mehr lesen
Restaurant Chez Emil
Restaurant Chez Emil€-€€€Restaurant03025776851Dortmunder Straße 12, 10555 Berlin
4.0 stars -
"C‘est un Bistrot!" DerBorgfelderNun reiht sich also auch Tim Raue in die nicht enden wollende Riege der Restaurant“retter“ ein. Ob Rach, Rosin, ob Raue: Hauptsache Fernsehen. Das Geld verdient sich hier vermutlich leichter als in der Küche. Einzige Besonderheit der RTL- Produktion: T.Rs. aktuelle Ehefrau darf als „Innenarchitektin“ gleich mit retten. Ein Familienprojekt, wie schön…
Gleich die erste Sendung hat allerdings ein überraschendes Echo gefunden:
https://www.t-online.de/region/berlin/id_100454898/raue-der-restauranttester-berliner-koch-von-rtl-format-ausgetrickst-.html?utm_source=pocket-newtab-de-de
Mein Besuch in Moabit lag zeitlich zwischen Aufzeichnung und Ausstrahlung der Sendung. Folgend meine Eindrücke:
Chef Emil hat 2020(!) mit 17(!)
Geschrieben am 08.06.2024 2024-06-08| Aktualisiert am
08.06.2024
Besucht am 18.03.2024Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 33 EUR
Am Montagabend wird es ab 20.30 Uhr schon schwierig, in Erfurt noch ein Essen jenseits von Asia- oder Döner-Imbissen zu bekommen und so hatte ich innerlich fast mit dem Hotelrestaurant Frieden geschlossen, als es aus dem Roten Elephant heimelig leuchtete. Meine Frage nach Einkehr wurde positiv beschieden, aber noch vor dem Hinsetzen wurde ich freundlich genötigt zu bestellen, denn "Die Küche schließt in 10 Minuten." Q.e.d.
Ansonsten war der Service fix und routiniert - nichts zu meckern, nichts zu loben.
Vorsorglich sah ich davon ab, jetzt noch eine Forelle im Salzteig zu ordern, sondern beschied mich mit einer Vorspeisenplatte und Baba Ganoush, denn der ehemaligen Kult-Kneipe mit Studentenflair ist nach einer zwischenzeitlichen Schließung neues, zumindest teilweise orientalisches Leben eingehaucht worden. Dazu ein alkoholfreies Pils, dem man nichts schlechtes nachsagen konnte, außer dass es Bitburger war. Dafür mit 3,6€ nicht überzogen bepreist.
Mit dem ersten Gang war ich recht zufrieden. Wie immer bei einer Mischung gab es Teile, die mehr behagen, andere waren so lala. Positiv das warme Fladenbrot, mit dem die vier Cremes gut aufnehmen konnte. Rote Bete und Joghurt waren okay, Der fast flüssige Hummus irritierte und die pikante Paprikapaste mein Favorit der Quadriga. Alle mit Granatapfelkernen garniert und mit reichlich Olivenöl benetzt. Die gefüllten Weinblätter waren mit sehr lecker gewürztem Reis gefüllt und sicher hausgemacht. Die mit Frischkäse gefüllten Kirschpaprika dagegen ganz sicher nicht. Bei den mit einem Gemüsemix gefüllten Kibbeh wäre beides möglich. Die Fritteuse war wohl schon außer Dienst, aber immerhin waren die Zipfel aus Kichererbsenmehl wieder etwas erwärmt und vor allem lecker levantinisch gewürzt worden.
Eine Premiere für mich: Gegrillte grüne Oliven. Keine Erweckungserlebnis: 08/15-Ware und die Röststreifen eher optisch als geschmacklich erkennbar.
19,9€ fand ich deutlich zu teuer.
Ohne, dass ich gehetzt wurde, kam zügig das zweite Gericht. Wer jemals in einem Restaurant der östlichen Mittelmeerküche gegessen hat, dürfte den Klassiker Baba Ganoush kennen, der im Wesentlichen aus gebackener oder gegrillter Aubergine besteht, die mit Tahin, Knoblauch, Zitronensaft und Gewürzen püriert wird. Mit Brot aufgenommen ist die Dip durch das kräftige Grillaroma einfach köstlich. Wäre mehr Zeit vor der Bestellung gewesen, hätte mich die Verortung des Gerichts in der Rubrik Salate wohl zu einer Nachfrage bewogen. So sah ich mich sehr überrascht einem weitgehenden Rohkostgericht gegenüber, das auch Auberginenwürfel enthielt. Die vermutlich im Ofen einigermaßen weich gegart waren, denen aber leider, leider gerade der typische Rauchgeschmack völlig abging. Kombiniert wurde die Eierfrucht einmal durch den Gemüsegarten: Paprika rot und gelb, Radieschen, Tomate, Gurke, Blutampfer, Rauke, Spinat und wieder die im Elephant als Allzweckwaffe dienenden Granatapfelkernen. Zugegebenermaßen wieder mit einem lecker gewürzten Dressing angemacht und mit Blütenblättern dekoriert. Ein etwas wilder, von seinen Bestandteilen nicht wirklich passender Mix, der aber so gar nichts mit Baba Ganoush zu tun hatte. 9,9€ noch okay.
Um eine Erfahrung reicher und immerhin anständig satt geworden, trollte ich mich durch die immer wieder sehenswerte Altstadt zum Hotel. Vielleicht probiere ich bei der nächsten „Spät“-Anreise das dortige Restaurant doch mal aus.
Am Montagabend wird es ab 20.30 Uhr schon schwierig, in Erfurt noch ein Essen jenseits von Asia- oder Döner-Imbissen zu bekommen und so hatte ich innerlich fast mit dem Hotelrestaurant Frieden geschlossen, als es aus dem Roten Elephant heimelig leuchtete. Meine Frage nach Einkehr wurde positiv beschieden, aber noch vor dem Hinsetzen wurde ich freundlich genötigt zu bestellen, denn "Die Küche schließt in 10 Minuten." Q.e.d.
Ansonsten war der Service fix und routiniert - nichts zu meckern, nichts zu loben.
Vorsorglich sah... mehr lesen
3.0 stars -
"Baba Garnüsht" DerBorgfelderAm Montagabend wird es ab 20.30 Uhr schon schwierig, in Erfurt noch ein Essen jenseits von Asia- oder Döner-Imbissen zu bekommen und so hatte ich innerlich fast mit dem Hotelrestaurant Frieden geschlossen, als es aus dem Roten Elephant heimelig leuchtete. Meine Frage nach Einkehr wurde positiv beschieden, aber noch vor dem Hinsetzen wurde ich freundlich genötigt zu bestellen, denn "Die Küche schließt in 10 Minuten." Q.e.d.
Ansonsten war der Service fix und routiniert - nichts zu meckern, nichts zu loben.
Vorsorglich sah
Geschrieben am 09.05.2024 2024-05-09| Aktualisiert am
11.05.2024
Besucht am 14.04.2024Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 94 EUR
War mein Erstbesuch am Dresdner Jüdenhof noch von vielen Kinderkrankheiten begleitet, zeigte die schnelle Wiederholung nach der Eröffnung des Grandhotels im Taschenbergpalais eine wieder in die Spur gekommene Mannschaft. Für das, was das Palais sein soll - gehobenes Bistro für Hotelgäste und sonstige Kundschaft, die sich nicht an leicht erhöhten Preisen stört - wurden die Erwartungen erfüllt.
Ich wollte mal sehen, wie die renovierten Räumlichkeiten des Kempinski strahlten und wählte daher den Hoteleingang von der Straße Taschenbergpalais auf der Rückseite des Stadtschlosses.
Und wurde prompt ausgebremst, denn noch immer sind nicht alle Bauarbeiten abgeschlossen. „Sie ist halt ein alte Dame, unser Palais, und hält so manche Überraschung bereit.“ Hübsch ausgedrückt. Der schnieke Herr an der Rezeption meinte zwar, dass es einen Weg gebe, aber der sei nicht offiziell und wollte mich wieder nach draußen und zurück zum Seiteneingang schicken. „Inoffizieller Weg“, das klang doch spannend und nach ein wenig Insistieren begleitete mich ein Portier freundlich durch zugegeben etwas verschlungene Pfade. Das war schon mal ein professioneller Service.
Dabei blieb es auch den Abend über. Die weibliche Fachkraft hatte mit drei Auszubildenden das fast ausgebuchte Restaurant voll im Griff. Was kein wirkliches Kunststück war, denn außer mir gab es nur eine große holländische Gruppe, die ein einheitliches Menü bekamen. Von den noch freien Tischen hatte ich die Wahl und wurde noch gefragt, ob es mir wirklich nicht zu laut wäre. Wurde es nicht, es ging gesittet zu. Außerdem mag ich die Sprache.
Auch ansonsten klappte der Service sehr gut. Die jungen Damen punkteten mit Freundlichkeit; ihre Ausbilderin mit Übersicht und Professionalität. Bei einem Wein waren wir unterschiedlicher Meinung über die richtige Auszeichnung, aber das wurde gastorientiert gelöst. Ich bekam einen anderen und hätte auch noch auf einen weiteren wechseln dürfen, ohne Mehrkosten. Letztlich wurde es der Hauswein, eine Pfälzer Burgundercuvée, die halbe Flasche für 14,5€. Insgesamt hatte ich nie den Eindruck, vergessen worden zu sein. Und erst recht nicht, den Ablauf zu stören. Das natürlich nicht;)
Von der überraschend gut sortierten Aperitif-Karte sprach mich ein Bee's Knees an (11€). Der ist selten. Und war "gut" gemixt, soll heißen, man hatte nicht mit Gin gespart.
Das Speisenangebot enthält überwiegend Klassiker mit kreativem Anspruch auf französischer Basis. Es lockte eine frei auszuwählende Viergang-Offerte für 69€, was für Preisfüchse überaus lohnend ist, denn die Einzelpositionen summieren sich je nach Geschmack auf über 100€. Wenn es stimmt, dass selbst für das Rinderfilet kein Aufschlag fällig ist, sogar fast 120€. Ich könnte mir vorstellen, dass es sich hier noch um ein „Eröffnungsangebot“ handelte; inzwischen werden 75€ aufgerufen - immer noch sehr günstig.
Mir stand der Sinn mal wieder(überwiegend) nach Fisch und Meeresfrüchten.
Die junge Service-Damen sagte derweil tatsächlich alle Bestandteile des Amuse auf dem Probierlöffel vollständig an: Aubergine-Madeira-Creme, grüner Spargel, Ingwer-Ru -Mousse. Hörte sich „weicher“ an als es war, denn das Frühlingsgemüse hatte einen schönen Biss.
Eine gute Kombination aus säuerlichen, „grünen“ und pikanten Noten. Lecker.
Was auch für den „molligen“ Walnuss-Frischkäse-Dip galt, der zu zweierlei, leider weichem Baguette gereicht wurde.
Als Vorspeise eine schöne kleine Flußkrebs-Galantine. Ich erwartete zwar etwas gefülltes, aber die recht unauffällige Krustentiermousse auf lockerem Biskuit war fein gearbeitet und die Schwänze in einem angenehm säuerlichen Gelee machten sich geschmacklich durchaus bemerkbar. Die gemischten Gemüse-Brunoise waren genau richtig für etwas Textur. Dazu eine angenehm leichte, scharfe Limetten-Ingwer-Mayo, und die Garnitur aus Spitzen von Rucola und Frisee sowie Sprossen ergab einen schönen, würzig-pikanten Gegenspieler. Tellermalerei und Korallenchip sind vielleicht etwas aus der Zeit gefallen, aber das tat dem Genuss ja keinen Abbruch.
Als zweiter Gang Bouillabaisse nach „Marseiller Art“. Eine unglücklich gewählte Bezeichnung: Fischsuppe nach Art einer Bouillabaisse hätte es zwar auch nicht richtig, aber immerhin besser beschrieben.
Was es nicht gab:
Fisch und Suppe in zwei Gängen. Typische Mittelmeerfische. Sauce Rouille.
Was es stattdessen gab:
Ein Fonds von u.a. Steinbutt-Karkassen mit Streifen von Karotte und Sellerie, der leider mehr nach Salz und Tomate schmeckte als nach Fisch. Fenchel und Noilly Prat für meinen Geschmacksinn nicht erkennbar. Begeisternd geht anders.
Als Einlage: Garnelen. Lachs in mittelgroßen Würfeln, etwas trocken geraten. Schließlich Seelachs, sogar saftiger. Reichhaltig war‘s.
Zur Begleitung eben keine Rouille, (Bin da übrigens Team Kartoffel. Das ist zwar kein Muss, aber halt eine andere Konsistenz.) sondern schlicht eine angenehm frische Aioli, der es neben der namensgebenden Farbe sogar an Knoblauch fehlte.
Schließlich eine Scheibe Röstbrot aus der Pfanne, in neutralem Fett gebacken. Knusprig, aber trotz Kräutern geschmacklos.
Was unter dem Strich bleibt:
Ein höchstens mittelmäßiger Gang. Gewollt, aber nicht gekonnt.
Der Zwischengang besänftigte mich:
Eine wirklich mal heiß servierte Geflügel-Cranberry-Praline: Gezupftes dunkles (oder in Cranberrysaft eingelegtes?) Fleisch mit Karotten in einer dünnen, leider weich gewordenen Teighülle. Aber nicht zu trocken. Die Beeren-Säure deutlicher als der Geflügelgeschmack, was auch für Brust statt Keule spricht. Mit der intensiven Geflügeljus war das Geschmacksbild besser, weil ausgewogener.
Toll als Beilage sahniger, mit Majoran abgeschmeckter Apfel-Spitzkohl, der noch einen schönen Biss hatte. Vermutlich für einen frischen Kick als Topping saure Sahne.
Als letzter Gang eine Tranche Lachsfilet, die ich mir noch glasig gewünscht hatte. Das wurde nicht ganz eingehalten, aber auch nicht viel drüber und vor allem saftig. Auch die Haut teilweise leicht knusprig. Ob die Transchicht stört, ist ja Geschmacksache. Die begleitenden Garnelen wie in der Suppe ohne Fehler. Schön das geschmacklich starke, gar nicht pampige Erbspüree und das nicht übergarte Schalotten-Gemüse. Und auch die Beurre Blanc gut ausbalanciert.
Ein rundum gelungener, konventioneller Fischgang.
Fazit: Schmackhafte, handwerklich weitgehend gelungene Bistro-Küche. Mehr aber auch nicht.
Ich ließ den Abend in der Karl-May-Bar ausklingen, die ihren klassischen Charme nicht verloren hat. Ein etwas in die Jahre gekommener Jugendfreund verabschiedete mich schließlich in die Nacht.
War mein Erstbesuch am Dresdner Jüdenhof noch von vielen Kinderkrankheiten begleitet, zeigte die schnelle Wiederholung nach der Eröffnung des Grandhotels im Taschenbergpalais eine wieder in die Spur gekommene Mannschaft. Für das, was das Palais sein soll - gehobenes Bistro für Hotelgäste und sonstige Kundschaft, die sich nicht an leicht erhöhten Preisen stört - wurden die Erwartungen erfüllt.
Ich wollte mal sehen, wie die renovierten Räumlichkeiten des Kempinski strahlten und wählte daher den Hoteleingang von der Straße Taschenbergpalais auf der Rückseite des... mehr lesen
Restaurant Das Palais im Hotel Taschenbergpalais Kempinski
Restaurant Das Palais im Hotel Taschenbergpalais Kempinski€-€€€Restaurant, Catering03514912710Taschenberg 3, 01067 Dresden
4.0 stars -
"Deutlich verbessert mit Luft nach oben" DerBorgfelderWar mein Erstbesuch am Dresdner Jüdenhof noch von vielen Kinderkrankheiten begleitet, zeigte die schnelle Wiederholung nach der Eröffnung des Grandhotels im Taschenbergpalais eine wieder in die Spur gekommene Mannschaft. Für das, was das Palais sein soll - gehobenes Bistro für Hotelgäste und sonstige Kundschaft, die sich nicht an leicht erhöhten Preisen stört - wurden die Erwartungen erfüllt.
Ich wollte mal sehen, wie die renovierten Räumlichkeiten des Kempinski strahlten und wählte daher den Hoteleingang von der Straße Taschenbergpalais auf der Rückseite des
Geschrieben am 27.04.2024 2024-04-27| Aktualisiert am
27.04.2024
Besucht am 03.03.2024Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 115 EUR
Mal wieder im japanischen Viertel der Landeshauptstadt untergekommen, konnte ich von meinem Hotelzimmer die langen Schlangen (hauptsächlich europäischer Gäste) vor dem Takumi und vieler anderer Läden auf der Immermannstraße beobachten. Auf langes Warten und womöglich gehetztes Essen hatte ich aber so überhaupt keine Lust. Wer weiß, ob ich sonst den Weg in dieses eher kleine Restaurant gefunden hätte, das ein Ableger des bekannteren Kushi-tei of Tokyo ist und den Fokus auf Spezialitäten der nördlichsten Hauptinsel Hokkaido legt.
Aber auch die „üblichen Verdächtigen“ sind im Angebot, so dass bei leisem J-Pop ein bunt gemischtes Publikum zugegen war. Der vordere Bereich zur Straße war komplett besetzt, aber im hinteren Teil waren noch etliche freie Plätze verfügbar. Wie „beim Japaner“ gewohnt, bot man dem einzelnen Gast einen Platz vor der Sushi-Theke an. Das kann auch ganz interessant sein, aber hier war das gläserne Buffet reichlich mit Tages- und Wochen-Angeboten bepflastert, auf Dauer eine etwas eintönige Aussicht. Meine Frage nach einem Platz am Tisch wurde sofort bejaht, und ich durfte auf einer gepolsterten Bank unter farbenfrohen Manga-Szenen vom Markt in Hokkaido Platz nehmen.
Wie überhaupt der Service tadellos und regelrecht freundlich agierte. Man merkte doch deutlich die japanische Mentalität, den Gast, wenn irgend möglich, absolut zufriedenzustellen. Auch mein Wunsch nach einer in der Karte nicht vorgesehen Auflage für mein nigiri wurde nach einer kurzen Diskussion mit dem Chef erfüllt. Im Gegenteil entschuldigte man sich, dass es etwas dauern würde.
Einziger Nachteil der hinteren Plätze ist eindeutig die Nähe zur Küche, in der die Fritteuse Schwerstarbeit verrichtete. Ob die Entlüftung immer so schwach ist, weiß ich natürlich nicht. An diesem Abend zog durch den Pass und die leider häufig offen stehende Küchentür deutlicher Fettgeruch in den Gastraum. Und eben auch in die Kleidung, so dass ich bei einem Wiederholungsbesuch unbedingt den vorderen Bereich vorziehen würde. Den Punktabzug habe ich bei Sauberkeit vorgenommen, nicht bei Ambiente.
Für einen gewissen Überblick bestellte ich „quer durch den Garten“ in mehreren Durchgängen:
Leicht frittierten Tofu (age-tofu), Tintenfisch mit Gurke (tako-su 7,8€), frittierte Tintenfisch-Tentakel (geso-kara 9,8€)
Sashimi vom Thunfischbauch (chu-toro 19,8€)
Nigiri mit geflämmter Jakobsmuschel, Seeigel, Gelbschwanzmakrele
Als Krönung unagi, den Süßwasseraal, dessen aufwändigster Zubereitung in Japan eigene Restaurants gewidmet sind. Da zum Abschluss natürlich noch süßes Omelett (tamago) wartete, wäre mir ein Hauptgericht zu mächtig gewesen, daher der oben beschriebene Wunsch einer kleinen Kostprobe als Auflage für zwei Reishäppchen.
Mit kleinen Abstrichen haben alle Gerichte überzeugt, teilweise sogar begeistert. Es wurde zügig serviert und wie so oft in dieser Art von Gastronomie waren die Portionen offensichtlich zum Teilen gedacht.
Der Seidentofu, ganz fein mit Tempurateig umhüllt in einem würzigen Dashi serviert, war für meinem Geschmack entweder zu groß oder zu kurz frittiert worden. Jedenfalls war das Innere noch recht kalt. Vielleicht „muss“ das ja auch so und ich habe bislang immer nur armselige Nachahmungen bekommen. Aber egal, mir hätte es besser geschmeckt, wenn es durchgehend heiß gewesen wäre. Dafür kam ich in die Genuss einer kurz gegrillten, milden Chilischote und zweier knackiger Garnelen. Fein geriebener Rettich und etwas Misopaste sind Standard.
Ein klassischer Snack sind gekochte Oktopus-Scheiben mit Gurke.
Frisch und zart, der Beweis, dass die Tentakel nicht zäh sein müssen. In einer milden Vinaigrette bildeten einen schönen Gegenpart zu meiner dritten Vorspeise. Die Tintenfisch-Füßchen kamen heiß und knusprig aus der Fritteuse. Im Gegensatz zum Weichtier-Kollegen allerdings ein wenig hart.
Schade, denn in die Mayo gestippt, war das natürlich wieder mal feines japanisches Bar-Soulfood.
Nach dieser passablen Runde nippte ich brav an meinem alkoholfreien Bier und wähnte mich doch unerwartet in einer Izakaya, der inzwischen auch hierzulande bekannten japanischen Feierabend-Kneipe für den Kollegenkreis.
Der folgende Gang radierte den Gedanken in Sekundenschnelle aus: Der Tuna der katalanischen Edelmanufaktur Balfego (gefangen im Mittelmeer zwischen Mai und Juni, geschlachtet nach der japanischen Ikejime-Methode) hatte den perfekten Fettanteil, vermutlich aus der Mitte des Bauches (chu-toro) und dadurch einen wunderbaren Schmelz. Im Mund entsteht das Gefühl, dass das Fleisch mehr schmilzt, als dass man es kaut. Trotzdem aber Struktur. Noch fettere Stücke aus dem Bauchlappen hatte ich auch schon an anderer Stelle, aber das war mir denn doch zu sehr, wie ein Stück Schmalz zu lutschen. Hier war es himmlisch. Natürlich wurde eine solche Qualität pur genossen, mit einer Winzigkeit Meerrettich und einem Tropfen Sojasauce.
Mit der nächsten Runde wurde es einerseits bodenständiger, aber nicht weniger gut. Bei den nigiri-sushi war zuallererst der Reis zu loben: Körnig, nicht pappig, minimaler Biss und mild gesäuert.
Als Auflage hatte mich entschieden für
Gelbschwanzmakrele (hamachi tadellos)
geflämmte Jakobsmuschel (aburi hotate süß und röstig: Sehr geil!)
Und als aromatischen Höhepunkt den intensiven Seeigel (uni) - „die“ Spezialität Hokkaidos - Sehr weich, schöne Cognac-Farbe, intensiv jodig, immer eine Herausforderung (für Nerds: https://www.biorama.eu/seeigelernte/). Aber wo, wenn nicht hier?
Nach dem Meeresaroma von Seeigel kann nicht mehr viel kommen. Außer natürlich unagi, der häufig zur Jahresmitte als Kraftspender für die kalte Jahreszeit genossenen Aal-Spezialität! Das hat absolut nicht mit dem (durchaus leckeren) norddeutschen Räucheraal zu tun und ist niemals, ich wiederhole Niemals! in normalen (deutsch/vietnamesisch/pan-asiatischen) Sushirestaurants zu probieren. Außer man steht auf im schlechtesten Fall gummiartige Bauchlappen und im besten schulterzuckendes „Ja, ganz lecker.“
Bitte nur in japanischen Restaurants, die auf eine hinreichende Gästeschar zurückgreifen können, die den aberwitzig aufwändigen Herstellungsprozess schätzen und auch bezahlen wollen!
Der unagi im Zero Banchi gehörte sicherlich zu den Top 3 meines Lebens: Leicht warm, leicht rauchig, leicht süß, intensives umami - ein Feuerwerk der sich ergänzenden, vollmundigen Geschmäcker. Dabei weich, aber nicht matschig, den Mund auskleidend, aber nicht fettig im herkömmlichen Sinn. Ein Maul voll wonnigem Wohlgeschmack!
Gut, dass danach leckeres tamago, das in der speziellen rechteckigen Pfanne sanft gestockte süße Schicht-Omelett, mein Menü beruhigend beendete.
Japanisches Essen in dieser Vielfalt und handwerklichen Güte wäre ein wirklich starker Grund umzuziehen. Ob nach London oder Keeken am Niederrhein wäre noch zu klären.
Mal wieder im japanischen Viertel der Landeshauptstadt untergekommen, konnte ich von meinem Hotelzimmer die langen Schlangen (hauptsächlich europäischer Gäste) vor dem Takumi und vieler anderer Läden auf der Immermannstraße beobachten. Auf langes Warten und womöglich gehetztes Essen hatte ich aber so überhaupt keine Lust. Wer weiß, ob ich sonst den Weg in dieses eher kleine Restaurant gefunden hätte, das ein Ableger des bekannteren Kushi-tei of Tokyo ist und den Fokus auf Spezialitäten der nördlichsten Hauptinsel Hokkaido legt.
Aber auch die „üblichen... mehr lesen
Restaurant Zero Banchi
Restaurant Zero Banchi€-€€€Restaurant021136776630Immermannstraße 34, 40210 Düsseldorf
4.0 stars -
"Wenn sich die Nebel lichten" DerBorgfelderMal wieder im japanischen Viertel der Landeshauptstadt untergekommen, konnte ich von meinem Hotelzimmer die langen Schlangen (hauptsächlich europäischer Gäste) vor dem Takumi und vieler anderer Läden auf der Immermannstraße beobachten. Auf langes Warten und womöglich gehetztes Essen hatte ich aber so überhaupt keine Lust. Wer weiß, ob ich sonst den Weg in dieses eher kleine Restaurant gefunden hätte, das ein Ableger des bekannteren Kushi-tei of Tokyo ist und den Fokus auf Spezialitäten der nördlichsten Hauptinsel Hokkaido legt.
Aber auch die „üblichen
Der Restaurantbetrieb in der Potsdamer Villa Kellermann schließt zum 21.6.2024.
Die Betreiber bedauern das Betriebsende nach fast fünf Jahren sehr. „Wir hätten gerne weiter gemacht. Aber Corona, stark gestiegene Betriebskosten und eine angespannte Personalsituation ließen keine andere Entscheidung zu", sagt der Geschäftsführer Manfred Dengel.
Zum 1. Juni 2023 hatte bereits Patron und kulinarischer Konzeptgeber Tim Raue den Staffelstab an Küchenchef Christopher Wecker übergeben - Besitzer der Villa Kellermann ist Günther Jauch.
(Quelle: Gourmetwelten)
Der Restaurantbetrieb in der Potsdamer Villa Kellermann schließt zum 21.6.2024.
Die Betreiber bedauern das Betriebsende nach fast fünf Jahren sehr. „Wir hätten gerne weiter gemacht. Aber Corona, stark gestiegene Betriebskosten und eine angespannte Personalsituation ließen keine andere Entscheidung zu", sagt der Geschäftsführer Manfred Dengel.
Zum 1. Juni 2023 hatte bereits Patron und kulinarischer Konzeptgeber Tim Raue den Staffelstab an Küchenchef Christopher Wecker übergeben - Besitzer der Villa Kellermann ist Günther Jauch.
(Quelle: Gourmetwelten)
Restaurant Villa Kellermann
Restaurant Villa Kellermann€-€€€Restaurant, Partyservice033120046540Mangerstraße 34, 14467 Potsdam
stars -
"Und wieder eine Schließung in der gehobenen Gastro" DerBorgfelderDer Restaurantbetrieb in der Potsdamer Villa Kellermann schließt zum 21.6.2024.
Die Betreiber bedauern das Betriebsende nach fast fünf Jahren sehr. „Wir hätten gerne weiter gemacht. Aber Corona, stark gestiegene Betriebskosten und eine angespannte Personalsituation ließen keine andere Entscheidung zu", sagt der Geschäftsführer Manfred Dengel.
Zum 1. Juni 2023 hatte bereits Patron und kulinarischer Konzeptgeber Tim Raue den Staffelstab an Küchenchef Christopher Wecker übergeben - Besitzer der Villa Kellermann ist Günther Jauch.
(Quelle: Gourmetwelten)
ROSTOCK-WARNEMÜNDE. Der frühere Küchenchef des Gourmet Restaurant 1751 in Schwerin, Bastian Opitz, betreibt seit Mitte März sein eigenes Casual-Fine-Dining-Restaurant Sandbank Lounge. Angeboten wird eine Auswahl klassischer Gerichte, wie Matjes, Kalbstatar, oder Lachsforelle mit Spargel, Kartoffeln und Hollandaise oder Maishähnchen mit Selleriecreme und Portwein-Zwiebeln. Bei ihm solle das perfekt zubereitete Produkt im Vordergrund stehen, erklärt Bastian Opitz seine Leitlinie in der Küche. (Quelle: Restaurant-Ranglisten.de)
ROSTOCK-WARNEMÜNDE. Der frühere Küchenchef des Gourmet Restaurant 1751 in Schwerin, Bastian Opitz, betreibt seit Mitte März sein eigenes Casual-Fine-Dining-Restaurant Sandbank Lounge. Angeboten wird eine Auswahl klassischer Gerichte, wie Matjes, Kalbstatar, oder Lachsforelle mit Spargel, Kartoffeln und Hollandaise oder Maishähnchen mit Selleriecreme und Portwein-Zwiebeln. Bei ihm solle das perfekt zubereitete Produkt im Vordergrund stehen, erklärt Bastian Opitz seine Leitlinie in der Küche. (Quelle: Restaurant-Ranglisten.de)
Sandbank Lounge by Bastian Opitz
Sandbank Lounge by Bastian Opitz€-€€€Restaurant, Loungebar038185798710Kurhausstraße 1, 18119 Rostock
stars -
"Neues Pop-up von Bastian Opitz bis 15.5.2024" DerBorgfelderROSTOCK-WARNEMÜNDE. Der frühere Küchenchef des Gourmet Restaurant 1751 in Schwerin, Bastian Opitz, betreibt seit Mitte März sein eigenes Casual-Fine-Dining-Restaurant Sandbank Lounge. Angeboten wird eine Auswahl klassischer Gerichte, wie Matjes, Kalbstatar, oder Lachsforelle mit Spargel, Kartoffeln und Hollandaise oder Maishähnchen mit Selleriecreme und Portwein-Zwiebeln. Bei ihm solle das perfekt zubereitete Produkt im Vordergrund stehen, erklärt Bastian Opitz seine Leitlinie in der Küche. (Quelle: Restaurant-Ranglisten.de)
Geschrieben am 06.04.2024 2024-04-06| Aktualisiert am
07.04.2024
Besucht am 25.10.2023Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Rechnungsbetrag: 87 EUR
Ein Azit, wer wüsste das nicht (der eine Suchmaschine bedienen kann), ist ein mehr oder minder heimlicher Treffpunkt, um sich mit seinen Kumpels zu treffen.
Nachdem ich freundlich zu zwei Besuchen in der Düsseldorfer Charlottenstraße hereingewunken wurde
kann ich zumindest bestätigen, dass sich in der eher etwas lieblosen, hell beleuchteten Einrichtung kleinere und größere Gruppen trafen, bei denen es sich der Kleidung nach zu urteilen um Kollegen nach der Arbeit handelten. Dazwischen mischten sich Freundinnen und einzelne Paare, fast alle unterhielten sich in asiatischen Sprachen.
Bei K-Pop aller Stilrichtungen geht es ungezwungen nach Kneipenart zu, man nimmt sich die Getränke (auch den Wein) aus großen Kühlschränken, berechnet wird, was angebrochen auf dem Tisch steht. Die Selbstbedienung kann schon mal zu seltsamen Situationen führen, wenn der unbedarfte Einheimische die 0,5l-Flasche durstig ansetzt und nach einem wirklichen tiefen Zug bemerkt, dass es sich nicht um Limo sondern um Soju handelt, die beliebteste koreanische Spirituose, mit der gemeinhin aus kleinen Gläsern angestoßen wird. Die Aufmerksamkeit der Gäste war mir schlagartig gewiss! Naja, bei schlappen 20 Volumenprozent in der Pflaumenversion hab ich dann einfach mal durchgezogen und gehofft, dass mich die recht fettlastige Küche rettet. Später bin ich dann auf Wasser (5€/0,75l) und eine Flasche feinherben Moselriesling (25€) umgestiegen, der mich noch ins Hotelzimmer begleitete. Denn was geöffnet ist, wird berechnet und stehenlassen ist feige…
Bei der folgenden Einkehr hab ich es nach dem Prinzip des Yin und Yang mit alkoholfreiem Bier (3€) zum Ausgleich ruhiger angehen lassen.
Sprachschwierigkeiten gab es kaum, gerade die jüngeren, gewohnt reserviert agierenden Bedienungen sprechen für den Bestellvorgang ausreichend deutsch und die Speisekarte ist mehrsprachig und gut bebildert.
Wie beim Koreaner üblich wurden bei meinen Besuchen zunächst unterschiedliche kleine Appetizer serviert: süß-sauer eingelegter Weißkohl, sehr leckere kleine Kartöffelchen in Öl und Zucker, ungewöhnlich süßer Geschmack. Und ein Nudel-Apfelsalat in Mayonnaise schmeckte überraschend leicht. Ich bestellte dazu Reis (3€) und Kimchi (4€), der zwar erträglich scharf war, aber doch den Kreislauf anregte.
Als Vorspeise (ohne Foto) nahm ich vier Mandu (6€), die erst angebraten, aber dann wieder gedämpft waren. Zwar nicht mehr knusprig, aber lecker süß-würzig gefüllt.
Mein koreanisches Lieblingsgericht sind Jeon, die dicken, fluffigen Eierkuchen(10€), gern als Pa Jeon mit Meeresfrüchten. Und der hier kam frisch und außen knusprig aus der Pfanne, die „Einlage“ bestand aus Garnelen, Miesmuscheln und Tintenfisch, alles geschmacklich deutlich zu identifizieren.
Bei zugegeben bescheidenen Erfahrungen mein bester Eierkuchen ever. Passt übrigens sehr gut zu Soju;-)
Beim zweiten Besuch war es deutlich voller. Außer mir sogar 1 (in Worten ein) weiterer deutscher Muttersprachler (allerdings mit seiner - vermutlich - koreanischen Freundin).
Nach den schon bekannten Appetizern bestellte ich mal statt des inzwischen doch recht bekannten Fried Chicken (hatte ich kurz vorher in Hamburg im San geknabbert) mal dünn geschnittenen Schweinenacken (18€), der in einem glatten, gut gewürzten Teig blasig ausgebacken und mit Kräuter bestreut war. Zum Dippen eine Majonäse mit ordentlich Gochujang, dem koreanischen Chili. Das hatte schon den berühmten Doppel-Wumms! Klar, soll ja zum Trinken anregen. Dazu mäßig heiße und leider nur mäßig knusprige Pommes. Als Ausgleich zum Fettigen gab es rohe Weißkohlstreifen.
Aber mit einem mächtigen Schlag Cocktailsauce. Natürlich.
Im Azit ist fast alles Soulfood, fettig und lecker und macht Durst. Bestes Kneipenessen, also. In diesem Schlupfwinkel versteckt man sich gerne, am Besten tatsächlich in einer Gruppe. Dann kommt vielleicht auch der große Glaskrug mit Bier auf den Tisch und man muss nicht unbekannte Getränke gierig aus der Flasche stürzen;-)
Ein Azit, wer wüsste das nicht (der eine Suchmaschine bedienen kann), ist ein mehr oder minder heimlicher Treffpunkt, um sich mit seinen Kumpels zu treffen.
Nachdem ich freundlich zu zwei Besuchen in der Düsseldorfer Charlottenstraße hereingewunken wurde
kann ich zumindest bestätigen, dass sich in der eher etwas lieblosen, hell beleuchteten Einrichtung kleinere und größere Gruppen trafen, bei denen es sich der Kleidung nach zu urteilen um Kollegen nach der Arbeit handelten. Dazwischen mischten sich Freundinnen und einzelne Paare, fast alle unterhielten sich... mehr lesen
Das Azit | Modern Korean Pub
Das Azit | Modern Korean Pub €-€€€Restaurant021146862687Charlottenstraße 85, 40210 Düsseldorf
3.5 stars -
"Jeder braucht einen Schlupfwinkel zum Danebenbenehmen!" DerBorgfelderEin Azit, wer wüsste das nicht (der eine Suchmaschine bedienen kann), ist ein mehr oder minder heimlicher Treffpunkt, um sich mit seinen Kumpels zu treffen.
Nachdem ich freundlich zu zwei Besuchen in der Düsseldorfer Charlottenstraße hereingewunken wurde
kann ich zumindest bestätigen, dass sich in der eher etwas lieblosen, hell beleuchteten Einrichtung kleinere und größere Gruppen trafen, bei denen es sich der Kleidung nach zu urteilen um Kollegen nach der Arbeit handelten. Dazwischen mischten sich Freundinnen und einzelne Paare, fast alle unterhielten sich
Geschrieben am 29.03.2024 2024-03-29| Aktualisiert am
22.06.2024
Besucht am 07.09.2023Besuchszeit: Mittagessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 170 EUR
Weil ich das Mittagessen im Söl‘ring Hof auf Sylt noch so nett in Erinnerung und mein beruflicher Termin nahe des Potsdamer Platzes schon am späten Vormittag geendet hatte, versuchte ich es spontan mit einer telefonischen Reservierung im ebenfalls zweifach besternten Facil. Kein Problem, war die freundliche Antwort. Etwas vor der Öffnungszeit wurde ich an der unauffälligen Rezeption des Mandala empfangen und von einer jungen Dame per Fahrstuhl in den 5. Stock begleitet. So etwas hat Stil. Ebenso wie das Foyer, in dem ich mit einem wohl ebenfalls hungrigen Pärchen noch einige Augenblicke warten musste, bis die letzten Vorbereitungen abgeschlossen waren.
Dann wurden wir freundlich in den lichtdurchfluteten, überdachten Innenhof gebracht. Als früher Gast hatte ich die Möglichkeit, einen Tisch im kleinen, asiatisch gestalteten Garten zu wählen.
Eine Oase der Ruhe, so klischeehaft, so wahr. Mit einigen frechen Mitgenießern
und dem einzigen (kleinen) Nachteil, dass hier die Tische deutlich enger standen, als im hellen, ebenso eleganten wie entspannten großen Gastraum, dessen Glasdach wohl auch geöffnet werden kann.
Nach und nach trudelten ganz verschiedene Gäste ein, von der (wohl) chinesischen Influencerin in Prada bis zu den (wohl) russischen Touristen in…naja, Sachen. Auch „Ersttäter“ fanden sich ein, die ernsthaft der Legende anhingen, man dürfe in der Sternegastro nicht das Dessert voneinander probieren. Das sehr gemischte Publikum mag dem Umstand geschuldet sein, dass man im Facil mittags ab 2 Gängen (für 54€) bestellen kann. Ideal, um das Haus und die Hochküche ohne Kreditaufnahme kennenzulernen. Dazu ein charmantes, offenes, höfliches Serviceteam, angeführt vom reizenden Gastgeber Manuel Finster. Ich entschied mich für 4 Gänge, die mit glatten 100€ zu Buche schlugen. Ein sehr fairer Preis, der durch die Getränke schwer quersubventioniert ist.
Man reichte ein Oshibori zur Erfrischung; im Sommer stets gern genommen.
Bei einem White Port von Niepoort (freundliche 7€ für die üblichen 5cl)
gestaltete sich die Weinauswahl dann etwas zäh. Irgendwann gab ich mich geschlagen und akzeptierte die vorgeschlagene Rhône-Cuvée aus Chenin Blanc, Semillon und Roussane. Die 0,1l-Schlückchen mit jeweils 16€ unangemessen hoch bepreist.
Sie passte als Allrounder allerdings vorzüglich zum Menü. Ein Wein, der tatsächlich auch in Rheine Gnade gefunden hätte… Anders als meine Bitte nach Leitungswasser, die die jungen Servicekräfte gleich zweimal vergaßen. Um meine dann vielleicht etwas rigoroser vorgebrachte weitere Erinnerung statt mit einer Entschuldigung mit einem öligen „Sehr gerne!“ zu quittieren. Das entsprach nicht meiner Vorstellung vom Niveau des Hauses, und ich mag solche Dinge nicht mehr in mich „reinärgern“. Herr Finster nahm meine zwei, drei leisen Sätze ohne Verlust der Oberbekleidung sehr professionell und vernünftig entgegen.
Das Amuse gefiel mir dann schon sehr:
Knackiger Chicorée Salat erhielt mit Granatapfel-Granité einen erfrischend fruchtigen Gegenspieler. Sehr schön, sowohl texturell als auch in der geschmacklichen Komposition ein Wasabi-Erdnuss-Brunch (tatsächlich ein Fertigprodukt). Fetacreme sorgte für Cremigkeit und setzte zunächst einen säuerlichen Akzent. Nachdem sich Kälte und Süße aufgelöst hatten, kam die leichte Bitternote der bleichen Zichorie durch, was mich irritierte, aber nicht schlecht schmeckte. Ein echter (kleiner) Störfaktor war dagegen die Erdnusshaut aus dem Crunch, auf der man ziemlich lange herum kauen kann…
Vor dem eigentlichen Menü verdeutlichten zwei hausgemachte Brote mit gesalzener Butter den Klassenunterschied zum üblichen Baguette!
Ich bitte inzwischen ausdrücklich darum, mir etwas Zeit für das Brot zu lassen, das ich genießen und nicht nur „nebenbei“ essen möchte. Kein Problem.
Zum Start hatte ich vegetarisch gewählt, da die Kombi Waldpilze und Dijonsenf kräftiges Umami versprach. Am Gaumen blieben die kleinen, feinen Pilze zunächst sehr zurückhaltend und ließen den vielen frischen Kräutern Raum. Der Senf war dagegen sehr dominant zu einer halbfesten Halbkugel verarbeitet worden, deren feuchte Oberfläche mit dem Löffel schwer zu teilen war. Slippery little sucker… Vielleicht wurden Happen zu groß und dadurch im Zusammenspiel zu intensiv?
Durch eine angegossene Pilzschaumcrème, der man reichlich gute Butter anschmeckte, übernahm dann recht schweres Umami das Regiment, gegen das kleine Ananas-Stückchen wenig zu melden hatten. Die Senfcrème wurde übrigens nicht aus dem fertigen Produkt hergestellt, sondern aus selbst gemahlenen Körnern. Was man an den kleinen, gar nicht mal so weichen Schalenresten durchaus bemerkte. Aber ich bin da ja überhaupt nicht empfindlich.
Beim zweiten Gang war ich dagegen vollständig begeistert.
Zartes Bries, in Sherry mariniert (Fiel mir jetzt nicht so auf. Bei den knackigen Zwiebelstreifen schon.) und dann in Panko dunkel gebacken. Weich, aber doch mit Struktur. Schon mal erstklassig. Die zweite Komponente war der (zumindest im Sommer) selten gegessene Wirsing. Gar nicht schwer oder gar muffig, sondern als feine buttrige Mousseline und einem Püree, in das exakt gegarte Perlgraupen eingearbeitet waren. Am überraschendsten frittierte Blätter, denen - wie auch immer - der Glanz von Alufolie verliehen wurde.
Eher nichts für Menschen, die die Sterneküche sowieso uncool finden. Mich begeistern Kreativität und Handwerk halt. Leben und leben lassen ist doch ein hübscheres Motto als das abwertende „Chichi“. Dem Ganzen gab Kalbsjus Kraft und frittierte Kapernblüten sorgten für knusprige Säurespitzen.
Sehr gute Balance zwischen Feinheit und Rustikalität.
Was selten vorkommt: An diesem Tag ging es mal komplett ohne Fisch oder Meeresfrüchte. Und die Entscheidung für das Short Rib war ganz sicher richtig. Das australische Wagyu war super zart und geschmacklich sehr intensiv. Ich esse selten Fleisch, aber wenn es so gut ist wie im Facil, bin ich hin und weg. Der Mandel-Bruch als Topping passte mit seinem Rauchgeschmack grundsätzlich gut, war aber (für mein Empfinden) sehr salzig. Die aus den Mandeln gemachte Crême schmeckte da viel runder. Vielleicht sollte das Salz die süßen Elemente kontern: Ananas brachte Frische in Fenchelkomponenten, die mariniert und angebraten überzeugten. Auch in der nicht zu spitzen Vinaigrette waren feinste Fenchel-Brunoises untergehoben. Sehr geiler Teller!
Es war der Tag der ungewöhnlichen Bestellungen, denn Dessert lasse ich wirklich häufig ausfallen. Aber die Kreation von Melone, Himbeere, Tomate und Basilikum sah schon am Nebentisch unwiderstehlich sommerlich frisch aus!
Eine hübsche Himbeermousse auf Biskuitteig überraschte mit einer Kompott-Füllung nicht zu süßer Cantaloupe.
Das Joghurt-Melonen-Aprikosen-Eis matchte prima mit den exzellenten frischen Beeren sowie Kokos-Crumble und gerösteten -Spänen. Das wunderbaren Frucht-Potpourri wurde durch Basilikumöl und ein sonnenreifes Kirschtomaten-Confit, das sich in kleinen Sphären versteckte, auf eine neue Geschmacksebene gehoben. Ein Dessert, dem jede Schwere abging und das den Sommer intensiv an den Gaumen zauberte.
Dazu natürlich ein Süßwein, Dr. Crusius Schlossböckelheimer Felsenberg 2021 gut gekühlt (15€ für 0,1l). Eine Auslese, die trotzdem genial eine frische, fast schon moselihafte Säure mitbrachte. Leider war der Service erneut nicht ganz auf Zack, denn die Korkteilchen im Glas waren schon recht deutlich zu erkennen. Mein Stirnrunzeln wurde sofort bemerkt und ein neues Glas angeboten. War nicht nötig, ein langstieliger Löffel half auch.
Damit endete mein Menü, aber ein paar kleine „Rausschmeißer“ hatte die Küche auch mittags parat:
Die auf Haselnussmürbteig thronende, ungewöhnliche Bergamotte-Perle wurde von einem Kokos-Schokolade-Trüffel begleitet, der mühelos die Kindheits-Erinnerung an ein Bounty reaktivierte, aber eben in der 2.0-Ausführung bester Zutaten.
Und als Abschlussakkord separat ein sehr starkes Birnen-Curry-Sorbet.
Alles Kleinigkeiten waren nicht zu süß, was meinem Geschmack entgegenkommt.
Nach der unproblematischen Bezahlung mache ich mich zunächst allein auf den Weg zum Fahrstuhl, bis der sympathische Herr Finster mir hinterher eilte, um sich nochmals für die Ruckeleien zu entschuldigen und mich zu verabschieden. Das versöhnte dann doch.
Weil ich das Mittagessen im Söl‘ring Hof auf Sylt noch so nett in Erinnerung und mein beruflicher Termin nahe des Potsdamer Platzes schon am späten Vormittag geendet hatte, versuchte ich es spontan mit einer telefonischen Reservierung im ebenfalls zweifach besternten Facil. Kein Problem, war die freundliche Antwort. Etwas vor der Öffnungszeit wurde ich an der unauffälligen Rezeption des Mandala empfangen und von einer jungen Dame per Fahrstuhl in den 5. Stock begleitet. So etwas hat Stil. Ebenso wie das Foyer,... mehr lesen
Facil · Gourmetrestaurant · Mandala Hotel
Facil · Gourmetrestaurant · Mandala Hotel€-€€€Sternerestaurant030590051234Potsdamer Str. 3, 10785 Berlin
4.0 stars -
"Ein paar Wölkchen können das Strahlen der Sterne nicht wirklich trüben" DerBorgfelderWeil ich das Mittagessen im Söl‘ring Hof auf Sylt noch so nett in Erinnerung und mein beruflicher Termin nahe des Potsdamer Platzes schon am späten Vormittag geendet hatte, versuchte ich es spontan mit einer telefonischen Reservierung im ebenfalls zweifach besternten Facil. Kein Problem, war die freundliche Antwort. Etwas vor der Öffnungszeit wurde ich an der unauffälligen Rezeption des Mandala empfangen und von einer jungen Dame per Fahrstuhl in den 5. Stock begleitet. So etwas hat Stil. Ebenso wie das Foyer,
Das CHIARO kehrt zurück zu seiner DNA. Die neue Ausrichtung fokussiert sich wieder auf die italienische Küche. Klassiker modern gedacht, aber immer mit Authentizität bei höchstem Qualitätsanspruch heißt das Motto. Kuratiert vom ehemaligen 2-Sterne-Chef Fulvio Pierangelini, dem Kulinarik-Chef der Rocco Forte Hotelgruppe.
Das CHIARO kehrt zurück zu seiner DNA. Die neue Ausrichtung fokussiert sich wieder auf die italienische Küche. Klassiker modern gedacht, aber immer mit Authentizität bei höchstem Qualitätsanspruch heißt das Motto. Kuratiert vom ehemaligen 2-Sterne-Chef Fulvio Pierangelini, dem Kulinarik-Chef der Rocco Forte Hotelgruppe.
Restaurant Chiaro im Hotel de Rome
Restaurant Chiaro im Hotel de Rome€-€€€Restaurant, Sternerestaurant49304606091212Behrensstraße 37, 10117 Berlin
stars -
"Keine Experimente (mehr)" DerBorgfelderDas CHIARO kehrt zurück zu seiner DNA. Die neue Ausrichtung fokussiert sich wieder auf die italienische Küche. Klassiker modern gedacht, aber immer mit Authentizität bei höchstem Qualitätsanspruch heißt das Motto. Kuratiert vom ehemaligen 2-Sterne-Chef Fulvio Pierangelini, dem Kulinarik-Chef der Rocco Forte Hotelgruppe.
Geschrieben am 17.03.2024 2024-03-17| Aktualisiert am
17.03.2024
Besucht am 31.08.2023Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
Eigentlich sollte das Kai3 meine Sylt-Kritiken abschließen.
In memoriam Helmut Beermann jedoch hier ein paar Eindrücke einer Restauration, die wir ohne seine Berichte höchstwahrscheinlich nicht aufgesucht hätten.
Denn die Dreifaltigkeit von Anrufbeantworter besingen - Champagner in den Kofferraum laden - Bei Gosch in List am Fähranleger essen durfte in keinem Jahr fehlen und zumindest Letzteres wollten wir dem Doc nachtun, als uns der gut organisierte Busverkehr an die Nordspitze der Insel kutschiert hatte. Das von Gosch inzwischen belegte Areal ist inzwischen beeindruckend weitläufig. Drinnen wie draußen kann man die ganze Breite von Fischprodukten und Meeresfrüchten verzehren, für Zuhause einkaufen oder diversen Nippes rund um das Gosch-Merchandise erstehen. Trotz der Vormittagszeit tummelten sich schon etliche Touristen auf dem Gelände. Stammgäste
Für uns kam aber nur die einzig wahre Station in Betracht, Frischfisch an der Theke bestellen zur unverzüglichen Zubereitung (aka Beermann-Style)!
Der Auswieger hatte einen schlechten Tag und verpasste mein Wunschgewicht um über 30 Gramm...(Den lass ich für Euch!) Dafür war die Stimmung am späten Vormittag bestens, man frotzelte untereinander und mit den Kunden. Kann schon verstehen, dass es Spaß macht, hier einzukehren. So früh hatten wir die freie Auswahl in der natürlich heftig „seefahrtsromantisch“ ausgestatteten Halle. Wir wählten unseren Platz auf einem Podest, strategisch gut gelegen zwischen der Getränketheke und der Essenausgabe. Mir ist das zuviel Gedöns Natürlich Riesling!
Als die Nummer ausgerufen wurde, war wieder Self-Service angesagt, wie zuvor schon bei der Bestellung.
Meine Frau hatte sich für Rotbarsch (hier in „Goldstandard“) entschieden, aber für mich kam natürlich nur ein Gericht in Frage - Seezunge. Perfekt
Kurz und knapp, beide Speisen waren ausgezeichnet: Frische Produkte (Was kein Wunder ist, wenn man ordentliche Ware einkauft, denn angesichts des Durchsatzes bleibt hier nichts lange liegen.), auf den Punkt gebraten mit etwas Röstung, der Barsch saftig, seine platte Kollegin fleischig.
Die Bratkartoffeln mit Speck und Zwiebeln, wie ich sie mag. Vielleicht etwas fettig. Dafür der Gurkensalat knackig-frisch, nicht matschig. Mayonnaise und Remoulade hausgemacht und okay soweit.
Die Preise habe ich mir nicht gemerkt, auch der Beleg ist nicht mehr vorhanden. Die Seezunge wurde wie üblich nach Gewicht berechnet. Wir wurden sogar „vorgewarnt“, sprich auf den Kilopreis hingewiesen. Der Goldbarsch dürfte bei gut 20 Euro gelegen haben. Günstig ist anders, aber auch keine Abzocke. Einen Preisschock hatte ich jedenfalls nicht.
Auf dem Weg durch die verwinkelten Räume entdeckten wir noch eine eher versteckte Kneipe, in der einige alte Männer saßen. Einen kannten wir auch, unkomplizierter Typ. Fußgängerzonenbekanntes Original und Sylter Fälschung?
Eigentlich sollte das Kai3 meine Sylt-Kritiken abschließen.
In memoriam Helmut Beermann jedoch hier ein paar Eindrücke einer Restauration, die wir ohne seine Berichte höchstwahrscheinlich nicht aufgesucht hätten.
Denn die Dreifaltigkeit von Anrufbeantworter besingen - Champagner in den Kofferraum laden - Bei Gosch in List am Fähranleger essen durfte in keinem Jahr fehlen und zumindest Letzteres wollten wir dem Doc nachtun, als uns der gut organisierte Busverkehr an die Nordspitze der Insel kutschiert hatte. Das von Gosch inzwischen belegte Areal ist inzwischen beeindruckend... mehr lesen
Nördlichste Fischbude
Nördlichste Fischbude€-€€€Schnellrestaurant, Bistro, Imbiss04651870401Am Hafen, 25992 List
4.0 stars -
"Helmut, Jürgen und wir beide" DerBorgfelderEigentlich sollte das Kai3 meine Sylt-Kritiken abschließen.
In memoriam Helmut Beermann jedoch hier ein paar Eindrücke einer Restauration, die wir ohne seine Berichte höchstwahrscheinlich nicht aufgesucht hätten.
Denn die Dreifaltigkeit von Anrufbeantworter besingen - Champagner in den Kofferraum laden - Bei Gosch in List am Fähranleger essen durfte in keinem Jahr fehlen und zumindest Letzteres wollten wir dem Doc nachtun, als uns der gut organisierte Busverkehr an die Nordspitze der Insel kutschiert hatte. Das von Gosch inzwischen belegte Areal ist inzwischen beeindruckend
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Gleich die erste Sendung hat allerdings ein überraschendes Echo gefunden:
https://www.t-online.de/region/berlin/id_100454898/raue-der-restauranttester-berliner-koch-von-rtl-format-ausgetrickst-.html?utm_source=pocket-newtab-de-de
Mein Besuch in Moabit lag zeitlich zwischen Aufzeichnung und Ausstrahlung der Sendung. Folgend meine Eindrücke:
Chef Emil hat 2020(!) mit 17(!) Jahren sein eigenes Lokal eröffnet und meint, nun die Schwelle zum Feinschmecker-Restaurant überschritten zu haben. Vielleicht, um die in der Tat recht ambitionierten (wahrscheinlich wirtschaftlich notwendigen) Preise zu rechtfertigen. Nicht nur der Vergleich z.B. mit dem Düsseldorfer Bistro Fatal zeigt: Hat er sicher nicht. Und das ist auch gut so. Es ist eben ein Bistro. Aber ein sehr anständiges.}
Moabit is(s)t überall voll, auch draußen, nur bei Emil „verlieren“ sich gerade mal vier Gäste außer mir. Wobei der Gastraum selbst bei allerengster Stellung des schmalen Bistro-Mobiliars nur gut 20 Plätze hergibt. Deren Zahl zugunsten einer formschönen Theke auch noch fast zu halbieren, war die (kurzlebige) „Rettungs“-Idee von Frau Raue. Der junge Mann im Service verweist anlässlich der mauen Belegung auf das gute Geschäft am Vortag und den Umstand, dass es halt das hochpreisigste Resto im Kiez sei. Hoffen wir weiterhin das Beste; die Bekanntheit wurde dank RTL ja schon mal gesteigert.
Das Ambiente nach der Re-Rettung ein (wie ich finde) durchaus charmantes Chaos. Die hübsch lavendelfarben gestrichenen Wände und die 4 ovalen Spiegel sind von der eher kühlen Gestaltung durch Mm. Raue II geblieben. Gefliester Boden, andererseits eine Kerze auf jedem Tisch, also schummrig, wozu die farbige Lichtkunst unter der Decke beiträgt. An den Wänden allerlei Bilder und sonstige Deko, die alles ist, nur nicht aus einem Guss. Wie es sich für das Klischee gehört, werden Chansons gespielt, dankenswerterweise nicht nur die allzu bekannten.
Mir gefällt es so. Nur leider ist die Luft massiv verraucht; die Lüftung scheint nicht zu funktionieren. Oder war gar nicht eingeschaltet, denn später bessert es sich deutlich. Ich flüchte zunächst auf den Bürgersteig der ruhigen Seitenstraße, trotz des eher kühlen herbstlichen Wetters. Ein älterer Mann, der im hochgeschlossenen Trenchcoat(!) an einer Biergarten-Garnitur sitzt, fällt hier nicht auf. Berlin halt... Die vielen vorbei joggenden jungen Menschen beweisen, dass die Gentrifizierung tatsächlich Moabit erreicht hat.
Der sehr, sehr nette fränggische Kellner trägt dementsprechend natürlich Schnauzer. Aber versteht vor allem was von seinem Handwerk. Und siezt mich sogar. Doch noch nicht wie in Mitte...
Man frönt übrigens nicht nur beim Essen einer französischen Leidenschaft: Über dem Durchgang zur Küche hängt ein Rennrad und auf der Karte findet sich unter den ausschließlich selbst gefertigten Desserts ein Paris-Brest! Das ist nun wirklich ein selten anzutreffendes Gebäck diesseits von Grand-Est.
Kleine Irritation: Der gebrachte Wein stimmt nicht mit der Karte überein. Der Kellner entschuldigt sich und bietet aktiv einen Preisnachlass an, da kein anderer Sauvignon Blanc verfügbar sei. Das braucht es nicht. Die 38€ enthalten dann halt einen Spenden-Teil für junge Menschen, die verrückt (oder in diesem Fall verpeilt) genug sind, sich in der Gastro selbstständig zu machen.
Erst kommen Pistazien zum Knabbern; eine nette Kleinigkeit, aber auch nicht mehr. Amuse Fehlanzeige. Zum Wein gibt es einfaches Brot und Leitungswasser auf‘s Haus. Tout Bistrot; wie kommt der Kerl bloß auf Feinschmecker-Restaurant?
Die Karte hat sich seit der Aufzeichnung der problematischen RTL-Sendung kaum geändert: Es werden vier Menüs angeboten: Vegetarisch, zweimal mit Fleisch oder mit Fisch. Ich entscheide mich für das Menü Aquatique für aktuell 58€ und freue mich an meinem gespritzten Pampelle, dem Grapefruit-Likör aus Korsika. Für 8,5€ eine angenehm herb-säuerliche Abwechslung im orangen Spritzeinerlei…
Dann gehts los:
Erste Runde: Jakobsmuscheln in Weißweinreduktion. Drei kleinere Exemplare gut gegart und klar erkennbar. Leicht gratiniert, aber nicht von einer zähen Käsehaube erschlagen. Dazu Schalotten, und Petersilie, eine klare Säure vom Wein. Pikant durch beherzten Einsatz von Pfeffer. Das war lecker und mehr als 08/15.
Nächster Gang: Drei kleine Filets vom Wolfsbarsch.
So saftig, wie dieser eher magere Fisch halt sein kann. Die Haut noch leicht knusprig. Untadelig.
Die Sauce mit Passionsfrucht hat die typisch fruchtige, aber nicht adstringierende Säure. Passt zum kräftigen Fisch überraschend gut, nur die sehr bissfesten Karotten gehen unter. Süße fehlt, Wo ist das sonst so omnipräsente Selleriepüree, wenn man es braucht? Vanille wäre auch eine schöne Option gewesen.
Unerwartet und daher trotzdem interessant (und zwar nicht Sinne der kleinen Schwester von…).
Dann schon Dessert: Die Tartelette aux Citron überrascht zunächst optisch, aber der Fladen dünnen Mürbeteigs ist süß und ge(würzig) und hält die frische, feste Limettencreme gut in Schach. Mandeln, Puderzucker und Limettenabrieb fügen das ihrige bei. Kannste schicken.
Weil es so selten ist, bestelle ich tatsächlich ein zweites Dessert: Der Paris-Brest erweist sich als klassisches Konditorhandwerk. Spritzgebäck, noch kurz erwärmt, innen luftig, außen knusprig, auch die untere Hälfte. Die Haselnusscreme überraschend leicht und erfreulich nussig.
Likör ist leider nicht verfügbar, auf den freundlich angebotenen Cognac verzichte ich - wie auch schweren Herzens - auf den Käse!
Dem jungen autodidaktischen Chef - an diesem Abend nicht anwesend, was die gute Leistung nur hervorhebt - sei seine Selbstüberschätzung verziehen. Als (schon arg teures) Bistro hat mir das Chez Emil an diesem Abend durchaus gefallen. Wenn ich wieder in der Nähe bin, würde ich einen weiteren Besuch durchaus in Erwägung ziehen, schon weil in Moabit jenseits des Paris-Moskau (noch?) wenig aus dem Einerlei heraussticht. Möge das Chez Emil überleben!